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Schon fast traditionell findet im Januar 07 die Tour de Lorraine statt. In 10 verschiedenen Lokalen dies- und jenseits der Berner Lorrainebrücke treten 10 Bands, diverse DJs, eine Tanztheatergruppe auf und es werden Filme gezeigt. Mit dem Gewinn der Tour de Lorraine werden die Proteste gegen das WEF 07 unterstützt, sowie andere politische und soziale Projekte. Details unter www.tourdelorraine.ch.
Der Verein Tour de Lorraine ist aus den Protesten und Diskussionen um das World Economic Forum (WEF) und die neoliberale Globalisierung entstanden und will eine finanzielle Unterstützung an politische, soziale und kulturelle Basisprojekte in Bern und weltweit leisten.
Im Januar 2000 organisierten attac Bern, die Anti-WTO-Koordination und die städtische OeMe Kommission erstmals eine "Tour de Lorraine" gegen das WEF. Unter dem Namen "Perspektiven nach Davos" haben die drei Gruppen seither jährlich die Tour de Lorraine durchgeführt, einen kulturellen Grossanlass in verschiedenen Restaurants, Bars und Kulturzentren auf beiden Seiten der Lorrainebrücke mit zahlreichen Bands, DJs, Filmen, Theater- und anderen Performances. Mit dem Erlös der mittlerweile traditionellen Tour de Lorraine wurden einerseits die Kampagnen und Demos gegen das WEF-Jahrestreffen in Davos finanziert, andererseits konnten damit auch viele Diskussionsveranstaltungen von Perspektiven nach Davos, sowie andere Projekte von befreundeten Basisgruppen unterstützt werden.
Die Tour de Lorraine 07 setzt sich mit dem Thema Ernährungssouveränität auseinander. Ernährungssouveränität, ein kompliziertes Wort mit wachsender Bedeutung. Um was geht es dabei?
Schon heute müssen sich die Regierungen eingestehen, dass das Ziel des Welternährungsgipfels 1996, die Zahl der Unterernährten in der Welt bis zum Jahr 2015 auf die Hälfte zu verringern, nicht erreicht wird. Trotzdem wird nach wie vor an den alten Rezepten wie der Liberalisierung des Agrarhandels und der Förderung von Privatinvestitionen und neuen Technologien wie der Gentechnik festgehalten. Dies veranlasst Basisbewegungen, Bauernvereinigungen und NGOs verstärkt die Umsetzung des Menschenrechtes auf Nahrung für alle einzufordern. Ein Vorschlag dafür ist das Konzept der Ernährungssouveränität, ursprünglich geprägt von dem radikalen lateinamerikanischen Bauernnetzwerk Via Campesina. Ernährungssouveränität bedeutet, auf nachhaltige Weise Nahrung für die lokale Bevölkerung zu produzieren. Selbstversorgung, lokaler und regionaler Handel sollen Vorrang vor Exporten und Welthandel haben. Ein Konzept, das nicht nur für die verarmten Bauern und Bäuerinnen des Südens Sinn macht, sondern auch eine Alternative zur aktuellen Landwirtschaftspolitik in Europa und der Schweiz darstellt. Mit einer Podiumsdiskussion mit VertreterInnen aus Lateinamerika und der Schweiz am Freitag 12. Januar, am Vorabend der Tour de Lorraine, und dem eindrücklichen Dokumentarfilm "We feed the World" am 13. Januar in Anwesenheit des Regisseurs Erwin Wagenhofer, wird im Kino in der Reitschule intensiv über das Thema diskutiert.
Dabei wird ersichtlich, inwiefern die Forderung nach Ernährungssouveränität den Absichten und Interessen der globalen Lebensmittelmultis und des Agrobusiness zuwiderläuft. Aus diesem Grund werden an der Tour de Lorraine alle beteiligten Lokale von den Produkten des weltweit grössten Lebensmittelmultis befreit und zur Nestlé-freien Zone erklärt.
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