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Die Erklärung von Bern (EvB) und ATTAC Schweiz unterstützen das von Parteien und
Gewerkschaften lancierte Referendum gegen die jüngst vom Parlament
verabschiedete zweite Unternehmenssteuerreform (UStRII). Denn diese Reform
untergräbt die Prinzipien der Steuergerechtigkeit, ohne wirtschaftlichen Nutzen
zu bringen. Die darin formulierten Steuergeschenke kommen einer kleinen
Minderheit von Steuerpflichtigen zu Gute und heizen zudem den für das
Gemeinwesen schädlichen Steuerwettbewerb weiter an.
Zürich/Genf, 4. April 2007
Endlich mehr Steuergerechtigkeit : Schweizer Zivilgesellschaft mobilisiert gegen
Unternehmenssteuerreform
Für die beiden Nichtregierungsorganisationen (NGO) ist es nicht alltäglich, ein
Referendum mitzutragen. Das Thema der Steuergerechtigkeit ist jedoch von so
eminenter nationaler und globaler Bedeutung, dass EvB und Attac eine Ausnahme
machen und die oppositionellen Parteien und Gewerkschaften hier offiziell
unterstützen. Beide NGO sind Mitbegründer des internationalen Steuernetzwerks
("Tax Justice Network"). "Für uns ist klar, dass Steuerthemen höchste Priorität
haben, wenn es um die Entwicklung ärmerer Länder geht. Die Schweiz als
wichtiges Steuerparadies spielt da eine zentrale Rolle", sagt Andreas Missbach,
Finanzexperte der EvB. Und Roman Künzler, Kampagnenverantwortlicher von ATTAC
Schweiz, unterstreicht : "Wir wohnen einer nationalen und globalen
Umverteilungspolitik von arm zu reich bei. Wenn wir weniger Ungleichheit und
einen nachhaltigen Sozialstaat anstreben, müssen wir uns aktiv in die
Steuerpolitik einmischen."
Entsprechend werden die beiden NGO die Schweizer Zivilgesellschaft mobilisieren
und auch selber Unterschriften für das Referendum gegen die UStRII sammeln.
Zwei Argumente sind ihnen dabei besonders wichtig :
Grossunternehmen profitieren schon mehr als genug von der Globalisierung.
Durch ihre aggressive "Steueroptimierung" in den Steueroasen der ganzen Welt
sind ihre Beiträge zu den staatlichen Steuereinkommen bereits massiv gesunken.
Zudem liegt die Unternehmensbesteuerung mit 20 Prozent in der Schweiz bereits
sehr tief (bei den grossen europäischen Nachbarn sind es mindestens 30%). In
einer Zeit wachsender Prekarität den Sozialstaat weiter auszuhöhlen und
jährlich 1 bis 2 Milliarden Franken nach oben umzuverteilen, ist schlicht
zynisch.
Mit der Gewährung von Geschenken an weniger als 1 Prozent der
SteuerzahlerInnen hat das Parlament gegen das Verfassungsprinzip der
Steuergleichheit verstossen. Unabhängig von der Einkommensart, heisst es dort,
müssen alle gleich behandelt werden. Das so enstehende Loch im Staatshaushalt
stopfen dann faktisch die restlichen 99 Prozent der Bevölkerung, sei es über
eine Erhöhung der Mehrwertsteuer oder den Abbau von Sozialleistungen.
Die Schweizer Steuerreformen der letzten 20 Jahre zielten alle in die gleiche
Richtung : Unter dem Vorwand Steuerwettbewerb zu betreiben, wurden und werden
hohe Einkommen und Firmen systematisch entlastet. Steuertechnisch jedoch können
nur diese beiden Akteure das Staatsgebiet verlassen oder mit einem Wegzug in
steuergünstige(re) Räume drohen. Menschen mit kleinen Einkommen und KMU, die
nicht mobil sind, müssen die so zurückbleibende Steuerlast tragen. Die
Erklärung von Bern und ATTAC Schweiz setzen sich deshalb seit Jahren schon für
eine Steuerpolitik ein, die
den Steuerwettbewerb bremst und die internationale Steuerflucht unterbindet,
jedeN nach seinen Möglichkeiten besteuert und einen nachhaltigen Service
Public absichert,
und die umverteilende Rolle des Staats sowohl national (Sozialversicherungen)
als auch international (Entwicklungshilfe) ermöglicht.
Weitere Informationen auf www.evb.ch/p25.html oder bei
Andreas Missbach, Erklärung von Bern, Tel. 044 277 70 07, Email :
amissbach@evb.ch
Roman Künzler, ATTAC Schweiz, Tel. 079 595 28 27, Email :
steuerreferendum@attac.org

- Unterschriftsbogen
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