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Schweigeminuten für die Opfer der Nestlé-Politik

22. Juli: Internationaler Protesttag gegen multinationale Konzerne:

Gewerkschaften und soziale Bewegungen in Kolumbien rufen am 22. Juli zu einem internationalen Protesttag gegen die Politik diverser multinationaler Konzerne auf – u.a. auch der umsatzstärksten Schweizer Konzerne Nestlé und Glencore. Wieso? Die Milliarden-Gewinne dieser Konzerne werden auf Kosten der Arbeitnehmenden, der lokalen Gemeinschaften, der Umwelt und nicht zuletzt auch der KonsumentInnen erzielt.

Die Opfer der Nestlé-Politik…

…Die Mitarbeitenden. Personalabbau, Produktionsverlagerungen, Umwandlung von festen in temporäre Beschäftigungsverhältnisse etc. Nestlé-Mitarbeitende weltweit müssen sich gegen die Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen wehren. Ebenfalls kritisiert wird die gewerkschaftsfeindliche Politik des Konzerns. Erst gerade mußte die Gewerkschaft bei Nestlé Rußland während 6 Monaten u.a. auch mit einer internationalen Kampagne ihr grundlegendes Recht auf Lohnverhandlungen erkämpfen.

Die LandwirtInnen. Durch die monopolartige Stellung des Nestlé-Konzerns in vielen Märkten (z.B. Kaffee, Milch) und subventioniertem (konzerninternem) Import von Rohstoffen übt Nestlé großen Druck auf die Produzentenpreise aus – zum Nachteil der LandwirtInnen. In Jamaica z.B. wurde dadurch die lokale Frischmilchproduktion fast vollständig zerstört.

Die Umwelt. Durch Übernutzung hat Nestlé Waters z.B. das ökologische Gleichgewicht eines Wasserparks in Brasilien nachhaltig zerstört. Mit unzähligen Nespresso-Alukapseln produziert Nestlé ein Abfallproblem, wo es gar keines gäbe - Kaffee ohne Kapseln ist billiger und ökologischer.

Die KonsumentInnen. Trotz des Nestlé-Gütesiegels ist die Qualität der Nestlé-Produkte nicht über jeden Zweifel erhaben. So wurden z.B. in Kolumbien mehrere Tonnen abgelaufenes Milchpulver beschlagnahmt, welches umetikettiert und mit neuem Verfalldatum versehen wurde. Ausserdem propagiert Nestlé die Gentechnik – gegen den Willen von vielen KonsumentInnen.

Wir halten deshalb heute inne für Schweigeminuten für die Opfer der Nestlé-Politik! Schweigeminuten im doppelten Sinne des Wortes: Viele der Opfer können sich nämlich gar kein Gehör verschaffen und werden zum Schweigen gezwungen – der Konzern ist mächtig, und sein Einfluss auf Politik und Medien ist gross.

Übrigens: Im Umgang mit Kritik scheint Nestlé jedes Mittel recht. So ist vor Kurzem aufgeflogen, dass Nestlé die private Sicherheitsfirma Securitas beauftragt hatte, die globalisierungskritische Bewegung Attac, die an einem Buch zu Nestlé arbeitete, zu infiltrieren. Attac und die BuchautorInnen haben inzwischen Klage eingereicht. Am 23. Juli 2008 wird die erste Einvernahme stattfinden.

Über dieseN Artikel:  

Online am 22. Juli 2008

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