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Neuordnung der Verfassungsbestimmungen zur Bildung: Ist Misstrauen geboten ?

Schlagzeile im April 2005: Bern gibt seine Zustimmung zu einer privaten HES. Eine HES (Haute Ecole Supérieure) ist eine Fachhochschule die, entsprechend der neuen Bezeichnung von Bologna, Zugang zu einem Bachelor gibt. Mit der « Kalaidos Fachhochschule » in der Züricher Region handelt es sich damit um die achte HES in der Schweiz. Sie bietet eine Ausbildung in Betriebswirtschaft und eine andere in Management-Informatik an. Der einzige Unterschied zu den anderen Bildungseinrichtungen ist enorm (!) : Das Semester kostet 5 500 SFr im Vergleich zu 700 SFr für eine Ausbildung im öffentlichen Sektor. Eine zweite, noch weniger vertrauenerweckende Neuigkeit : Die Arbeiten zur neuen Bildungsverfassung sind abgeschlossen und kommen am 21. Mai zur Abstimmung. Die Vorlage hat die Zustimmung aller politischen Formationen erhalten. Einer, der nun zur Abstimmung unterbreiteten Artikel 63a Absatz 2 lautet: « Er (der Bund) unterstützt die kantonalen Hochschulen und kann an weitere von ihm anerkannte Institutionen des Hochschulbereichs Beiträge entrichten. » Demzufolge gibt es also keine Differenzierung mehr zwischen den privaten und öffentlichen Schulen, womit der Artikel die folgende Befürchtung bestätigt : Das Outsourcing eines Teils der Ausbildung an die privaten Anbieter wird vorbereitet. Den privaten Unternehmen ist gemeinsam, dass sie sich mehr um ihren Gewinn als um die Qualität der Dienstleistungen kümmern. Dies beinhaltet natürlich auch eine Konstensenkung, die zweifelsohne auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen wird. Glaubte man den Erziehungssektor ausserhalb jeglicher Privatisierungsgefahr - was das Wirtschafts-Sekretariat des Bundes (SECO) nach wie vor gegenüber der Bevölkerung im Zusammenhang der GATS-Verhandlungen versichert -, muss man nun feststellen, dass diese neuen Verfassungsbestimmungen im Bildungsbereich alle in die gleiche Richtung gehen : Schrittweise den Erziehungsbereich WTO-konform zu machen. Welch anderes Ziel verfolgt die Reform primär, als das, den Erziehungssektor künftig auf die Liste eines schweizerischen Angebots auf dem Weltmarkt der Dienstleisungen zu setzen?

Traduction : Ute Retzlaff, coorditrad (www.coorditrad.attac.org)

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Online am 11. August 2006

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