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Pressenmitteilung,: 26. Juni 2001
Pressenmitteilung,: 26. Juni 2001
Erklärung von Bern, attac Schweiz, Comedia, GBI, Schweizer Syndikat Medienschaffender,
Unia, VPOD
Lancierung der Kampagne: "Kein Ausverkauf des Service public"
Die Erklärung von Bern, die Gewerkschaften und die
Bewegung attac Schweiz lancieren gemeinsam die Kampagne ’Kein Ausverkauf des
Service publicª. Mit einer Postkartenaktion fordern sie Bundesrat Couchepin
auf, in den WTO-Verhandlungen den Service public nicht preiszugeben und bereits
eingegangene Verpflichtungen nochmals öffentlich zu diskutieren und gegebenenfalls
rückgängig zu machen.
Kaum jemand in der Schweiz hat bisher von den in Genf laufenden Verhandlungen
des bereits 1994 abgeschlossenen WTO-Dienstleistungsabkommens GATS (General
Agreement on Trade in Services) Kenntnis genommen. Bei den seit Februar dieses
Jahres begonnen dreijährigen Neuverhandlungen geht es darum, welche Bereiche
im Dienstleistungssektor liberalisiert, das heisst, dem internationalen Markt
geöffnet werden sollen. ’Nichtregierungsorganisationen auf der ganzen Welt
sind besorgt, dass dieses weitgehend unbekannte und schwammig formulierte GATS-Abkommen
einseitig auf die Bedürfnisse der Dienstleistungsindustrie zugeschnitten
ist und darauf abzielt, weltweit grundlegende öffentliche Dienstleistungen
in Frage zu stellenª, erklärte Marianne Hochuli von der Erklärung
von Bern zum Auftakt der Kampagne.
Das allgemeine Abkommen über den Dienstleistungsverkehr (GATS) ist das
erste multilaterale Abkommen über die Dienstleistungen. ’Erstmals wird
darin von internationalem Handel mit Dienstleistungen im Bereich Erziehung oder
Gesundheit gesprochen, wie wenn es sich dabei um gewöhnliche Konsumgüter,
die dem Gesetz von Angebot und Nachfrage unterstellt werden könnten, handelteª,
meint Eric Decarro von der Gewerkschaft VPOD.
Multinationale Konzerne gehören zu den glühensten Verfechtern von
Liberalisierung und Privatisierung, denn sie versprechen sich neue Geschäftsfelder,
in denen bisher die Privatwirtschaft kaum oder gar keine Rolle spielte. "Privatisierbar
ist heute alles, was vermarktet werden kann.", folgert Alessandro Pelizzari
von attac Schweiz.
Diese Liberalisierungsverhandlungen gehen in völlig intransparenter, undemokratischer
Weise unter Ausschluss der öffentlichkeit vor sich. ’Entscheide, die so
einschneidend die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen beeinflussen und
verändern werden, müssen breit demokratisch diskutiert werdenª, fordert
Rita Schiavi von der Gewerkschaft Bau und Industrie.
Darum lancieren die Erklärung von Bern, die Gewerkschaften Comedia, GBI,
Syndikat Medienschaffender, Unia, VPOD, attac Schweiz, unterstützt von
zahlreichen Nichtregierungsorganisationen eine Postkartenaktion an Bundesrat
Couchepin. Herr Couchepin soll sich dafür einsetzen, dass
-
grundlegende öffentliche Dienstleistungen nicht den
WTO-Regeln unterstellt werden.
-
die Regierungen, besonders auch in südlichen Ländern,
die Kompetenz behalten, nationale Investitionsregeln erlassen zu können.
-
die bereits eingegangenen Verpflichtungen im Zusammenhang
mit dem GATS nochmals überdacht, ¯ffentlich diskutiert und gegebenenfalls
rückgängig gemacht werden.
Für
weitere Informationen:
Marianne Hochuli, Erklärung von Bern
Tel. 01 277 70 11
Die Postkartenaktion wird von folgenden Nichtregierungsorganisationen
unterstützt:
Afrika-Komitee, Aktion Finanzplatz Schweiz, Aktion Gsundi Gsundheitspolitik
Zürich, Arbeitsgemeinschaft Swissaid/Fastenopfer/Brot für alle/Helvetas/Caritas,
Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien, Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung, Brücke
Le Pont, Bruno-Manser-Fonds, Centrale Sanitaire Suisse, Christlichnationaler
Gewerkschaftsbund der Schweiz, FEPA, Frauengewerkschaft Schweiz, Gewerkschaft
Kommunikation, Gewerkschaft SMUV, GFS-Kommission, Incomindios Schweiz, Medicus
Mundi Schweiz, Schweizerisches Arbeiterhilfswerk, Schweizerische Energiestiftung,
Schweizerischer Friedensrat, Solidarité sans frontières, Solifonds,
Theologische Bewegung für Solidarität und Befreiung, UNITE
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