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Klimagerechtigkeit jetzt!

Der Klimagipfel ist gescheitert. Doch die Regierenden basteln weiter an einer nur der Wirtschaft dienlichen Scheinlösung.

Vom 7. bis am 19. Dezember fand in Kopenhagen die 15. Konferenz der UNFCCC - United Nations Framework Convention on Climate Change - statt, die so genannte COP15. Resultate gab es quasi keine. Schlimmer aber wäre ein ungerechter, schwammiger und mit ungenügenden Reduktionszielen ausgestatteter Vertrag. KlimaForum und „Bottom Summit“, zwei während des Gipfels in Kopenhagen stattfindende Alternativveranstaltungen, haben klar gezeigt: Die Zivilgesellschaft will keinen Handel mit Emissionsrechten, der nur Banken und dem Kapital dient, will keine technischen Lösungen, die nicht ausgereift und deren Langzeitwirkung nicht absehbar sind (z.B. CCS*) und vor allem will sie keine Politiker, die nur ihrer Wirtschaft dienen, nicht aber dem Volk, nicht den vom Klimawandel betroffenen Regionen. 18 Nationen sind momentan für 80% des Ausstosses von Treibhausgasen verantwortlich. Diese Tatsache lässt sich nicht ändern, indem ein paar Kohlekraftwerke in den Ländern des Südens auf sauber getrimmt werden. Alle Nationen, aber allen voran die Industrienationen müssen die CO2-Emissionen drastisch reduzieren und damit sofort beginnen. Zudem müssen die Länder des Südens, welche von den Klimaveränderungen am stärksten betroffen sind, von den Industrienationen unterstützt werden. Die industrialisierten Nationen haben die Schäden, die das veränderte Klima verursacht, massgeblich zu verschulden und müssen sich für dieses Handeln verantworten. Unternehmen, die mit viel Medienwirbel "Greenwashing" betreiben, um gleichzeitig an anderen Orten noch unverantwortlicher zu handeln, gibt es wie Sand am Meer, auch in der Schweiz gibt es viele Beispiele. Diese auch noch durch den Staat mit Milliarden zu unterstützen, ist ein Hohn. Konzepte wie ein „Green New Deal“ bauen darauf auf, dass alles so weitergehen könne wie bis anhin, nur eben ein wenig grüner, ökologischer, sauberer. Der Kapitalismus hat aber keine Antwort auf die Herausforderungen, die der Klimawandel an die Menschheit stellt. Dies hat die Konferenz in Kopenhagen klar gezeigt. Die Zivilgesellschaft wird weiter für einen gerechten und nachhaltigen Umbau der Gesellschaft kämpfen. Dies haben Tausende Aktivistinnen und Aktivisten aus allen Teilen der Erde klar gemacht.

Alwin Egger

* CCS: Carbon Capture and Storage, auf Deutsch CO2-Abscheidung und -Speicherung, also der unausgereifte und absurde Versuch zur unterirdischen Einlagerung von CO2.

 

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Online am 6. Januar 2010

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