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Für eine soziale Einheitskrankenkasse

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen europäischen Länden wird in der Schweiz hauptsächlich das Geld privater Haushalte für die Gesundheitskosten herangezogen. Während in den anderen Ländern der Staat dieses zur Deckung der Gesundheitskosten bestimmte Geld verwaltet, geschieht dies in der Schweiz im Wesentlichen durch private Versicherungsanbieter. Diese sind auf Gewinnmaximierung ausgerichtet und lasten ihre Verwaltungskosten den Versicherten an. Unerbittlich erfahren wir das Jahr für Jahr über die Erhöhung der Prämien um 3 %, 5% oder sogar noch mehr - während die realen Gesundheitskosten nur um 1 % oder weniger steigen. Gleichzeitig beweisen die Plakataktionen derselben Unternehmen, dass der Anteil unseres Geldes, den sie auf einem sehr umkämpften Markt für Werbekampagnen ausgeben, unaufhörlich steigt. Über die Höhe der Gehälter der leitenden Angestellten, die in diesen Unternehmen arbeiten, schweigen wir lieber. Der politische Einfluss dieser Krankenkassen zeigt ebenfalls, dass ihre Sorge der Maximierung ihres Profits gilt und nicht den Dienstleistungen, die sie eigentlich liefern sollen. Die Umstrukturierungsmaßnahmen im Gesundheitswesen - auf die Reduzierung seiner sozialsten Aspekte ausgerichtet - werden unabwendbar unterstützt: Leistungskürzungen im Rahmen der Grundversicherung, Einschränkung der freien Arztwahl, Zentralisierung der Krankenhausfinanzierung über die Krankenkassen, etc...

Der Vorteil einer Einheitskrankenkasse, so wie die vom Mouvement Populaire des Familles und von Attac gestartete Initiative vorschlägt, besteht darin, dass das Geld der Versicherten nicht mehr von zahlreichen, auf Gewinnerzielung ausgerichteten Unternehmen des privaten, sondern von einem einzigen Unternehmen des öffentlichen Rechts verwaltet wird. Zur Vermeidung von Verwaltungsproblemen soll dieses Unternehmen von einem dreiteiligen Verwaltungsorgan beaufsichtigt werden. Dieses Gremium soll aus VertreterInnen von Interessensschutzorganisationen der Versicherten, aus VertreterInnen der Anbieter von Gesundheitsleistungen sowie aus VertreterInnen des Staates bestehen. Die Interessen der Mitglieder sind so ebenfalls vertreten, was heute überhaupt nicht der Fall ist! Andererseits, und das ist ein weiterer Fortschritt, sieht die Initiative für eine Einheitskrankenkasse vor, die Beiträge an die finanziellen Möglichkeiten der Versicherten anzupassen und damit die Kopfpauschale - das antisozialste System, das es gibt - zu ersetzen. Wir können also darauf hoffen, dass die Einheitskrankenkasse mithelfen kann, aus dem derzeitigen System herauszukommen, das durch und für eine bevorzugte Minderheit verwaltet wird.

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Online am 22. Mai 2006

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