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Edito - Das Andere Davos schafft Raum für Widerstand

Das Jahr 2010 beginnt im Zeichen der Krise. In der Schweiz werden über 5% Arbeitslose erwartet – Höchststand seit Mitte der 1990er Jahre; die Frühlingssession des Parlaments wird dann auch über die Verschärfungen des Arbeitslosenversicherungsgesetzes AVIG entscheiden (4. Revision): Aufhebung der Zumutbarkeitsgrenzen für unter 30-Jährige, Senkung der Taggelder und Erhöhung der Beitragszeit. Die nationalrätliche Kommission für Wirtschaft und Abgaben verlangt sogar die Einführung von Gefängnisstrafen bei Vergehen gegen das AVIG (Communiqué 7.10.2009) ; es wird eine heftige Kampagne zur Abstimmung um die Senkung des Umwandlungssatzes der 2. Säule (7. März) stattfinden; die Neulancierung der 11. AHV-Revision wird vom Bundesrat vorbereitet etc. Angriffe auf die sozialen Rechte der Lohnabhängigen werden also weiterhin die Agenda der bürgerlichen Parteien und der mit ihnen verbundenen Arbeitgeber prägen.

Das Jahr 2010 beginnt auch mit wichtigen internationalen Ereignissen. So findet vom 27. bis zum 31. Januar in Davos das 40. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) statt. Die CEOs der 1000 grössten transnationalen Unternehmen, Vertreter der 100 einflussreichsten Mediengruppen weltweit, Schlüsselpersonen von Regierungen der ganzen Welt und von internationalen Organisationen, ausgewählte Personen aus der Wissenschaft und Experten aus Politik und Wirtschaft werden über „den Zustand der Welt“ debattieren, um diese „neu zu denken, neu zu zeichnen und umzubauen“ (vgl. www.weforum.org). Eine Geste der Arroganz derjenigen, die die Welt nach ihren Eigeninteressen verschandeln und uns nun ihre Rezepte erneut verkaufen wollen.

Selbstorganisation und Widerstand werden immer wichtiger, einerseits um die Angriffe auf unsere Rechte zu verteidigen, andererseits um Projekte einer anderen Welt zu formulieren. Daran knüpft auch die 10. Ausgabe des Anderen Davos an, des Gegentreffens zum WEF, welches am Freitag, 29. und Samstag, 30. Januar 2010 in der Grenzstadt Basel stattfinden wird. Das Andere Davos will denjenigen Menschen das Wort geben, die Selbstorganisations- und Widerstandserfahrungen in Bewegungen erleben und Prozesse zur Gestaltung einer anderen Welt tragen. Dadurch soll ein richtiges Forum entstehen, an dem sich Frauen, MigrantInnen und Lohnabhängige treffen, sich zusammenschliessen und austauschen können.

Wir laden euch ein, in Basel am Anderen Davos teilzunehmen. In den Räumen der Universität finden Podien und Workshops statt: Mit Tariq Ali, Buchautor und Leiter der New Left Review; Silvia Lazarte, Ex-Präsidentin der konstituierenden Versammlung Boliviens; Gilbert Achcar, Professor an der SOAS London; Christa Wichterich, Buchautorin von „Gleich, gleicher, ungleich"; Marisa Pralong, Unia Mitglied, Angestellte bei Manor Genf; Gianni Frizzo, Exponent des Streikkomitees der Officine Bellinzona und vielen anderen mehr, die uns die Gelegenheit geben, über Strategien des Widerstands zu diskutieren und somit Konturen einer anderen Welt zu zeichnen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Genauere Infos zum Programm und praktischer Art: www.otherdavos.net

 

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Online am 6. Januar 2010

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