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Wir publizieren hier einen Text von Wolfgang Fritz Haug über die Krise und ihre marxsche Erklärung. Dieser Text ist die schriftliche Version seiner Präsentation am Kapitalismuskongress, welches im März 2009 von attac Deutschland in Berlin organisiert wurde. Weitere Infos: http://www.wolfgangfritzhaug.inkrit...
Was Attacies vom Kapital von Marx wissen sollten, um die Krise zu begreifen (1).
Sollte der Titel als Versprechen verstanden werden, alles, was die Mitglieder von Attac vom Kapital von Marx wissen sollten, um die Krise zu begreifen, würde in der kommenden halben Stunde vorgetragen, könnte man ebenso gut versprechen, mit einem Fingerhut den Müggelsee oder den Wannsee in einer halben Stunde leerzuschöpfen. Nein, einen Nürnberger Trichter kann es dafür nicht geben. Unser Ziel ist bescheidener: An einigen auch unter uns noch anzutreffenden Vorstellungen anzusetzen, um in deren Kritik ein Gespür für eine alternative Denkweise zu vermitteln – und womöglich Lust darauf zu machen, mehr davon selbsttätig – allein oder mit anderen zusammen – anzueignen.
Ausgangsvorstellungen
Eines der Probleme mit unseren spontanen Vorstellungen ist: sie sind demagogisch ausbeutbar – Extremfälle, wie sie die Gegenwartsgeschichte darbietet, lassen sich nach dem Rezept des Machiavelli verwenden. Mit ihnen füttert man die Bestie. Die Bestie, das sind wir, das Volk unterhalb der Konzernzentralen, Regierungen und Massenmedien, von denen die Dramatik der Krise „buchstäblich mit jeder Woche neue rhetorische Maßnahmen verlangt“, wie einer der FAZ-Herausgeber, Frank Schirrmacher, jüngst zu Protokoll gegeben hat. (2) Worauf baut man, wenn man zu Felde zieht gegen einen durch die Gier Einzelner angetriebenen Kasinokapitalismus? Wandelt sich die Losung zu „Ein anderer Kapitalismus ist möglich“?
Vertrauen und Gier
Gier gilt schon seit der Antike als Todsünde, Vertrauen alias Glaube als Kardinaltugend, allerdings wird vor Vertrauensseligkeit gewarnt. „Vertrauensverlust“ ist die Kategorie, mit der man uns das Wesen der Finanzkrise erklärt. Zum Beispiel führte jüngst wieder der Chefökonom des IMF, Blanchard, alles hierauf zurück, wobei er den Vertrauensverlust selbst vom Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehmans Brothers ableitete. Die praktische Relevanz dieses Gedankens besteht darin, der Entscheidung der Regierung Bush, nicht schon Lehmans Brothers wie seither so viele andere Banken mit Steuergeldern zu unterstützen, die Schuld an der Lähmung des Weltfinanzsystems zu geben. Die Banker waren gierig, die Anleger vertrauensselig, nun ist das Vertrauen zerstört.
Oder laut einer der rhetorischen Maßnahmen der FAZ: „Der amerikanische Kapitalismus brachte, weitgehend unbedrängt von staatlicher Kontrolle, seine eigenen Selbstmordattentäter hervor, deren Sprengsätze, die Derivate, selbst noch die Wirkung der fliegenden Bomben der Dschihadisten übertreffen.“ (3)
Bei Marx – der damit allerdings nicht über konkrete Geschehnisse spricht, sondern eine Aussage übers kapitalistische System im Allgemeinen trifft, hört sich das im dritten Band des Kapital anders an:
„Die wahre Schranke der kapitalistischen Produktion ist das Kapital selbst, ist dies: […] dass die Produktion nur Produktion für das Kapital ist und nicht umgekehrt die Produktionsmittel bloße Mittel für eine stets sich erweiternde Gestaltung des Lebensprozesses für die Gesellschaft der Produzenten sind.“ (MEW 25, 260)
Wir kommen auf diesen Grundgedanken von Marx zurück.
„Vertrauen“ und „Gier“ als die Kategorien, in denen die Krise und ihre Bekämpfung ausgedrückt werden, setzen bei Regungen an, die im „Innern“ jedes von uns vorgehen. Das macht sie für uns plausibel. Als theoretische Begriffe eingesetzt, sind sie falsch, wenn man unter einem theoretischen Begriff das zum verändernden Handeln befähigende Begreifen eines Wirkungszusammenhangs versteht. „Vertrauen“, „Gier“ und andere innere Regungen erhalten nämlich ihre krisenträchtige Relevanz erst von den gesellschaftlichen Verhältnissen eingeräumt.
Dass wir gegen bedruckte Papierzettel unsere Lebensmittel eintauschen können, ist eine Frage des Vertrauens. Vertrauen ist bereits von Adam Smith als Existenzbedingung von Papiergeld begriffen worden wie aus einem von Amartya Sen jüngst in die Diskussion eingebrachten (4) Zitat hervorgeht:
Smith: „Wenn die Menschen eines bestimmten Landes ein derartiges Vertrauen in das Glück, die Redlichkeit und Besonnenheit eines bestimmten Bankiers haben, dass sie zu der Ansicht gelangen, dass er jederzeit auf Wunsch bereit ist, alle ihm vorgelegten Schuldscheine zu begleichen, haben diese Schuldscheine den gleichen Stellenwert wie Gold- und Silbergeld. Grund ist das Vertrauen, dass dieses Geld den Kunden jederzeit zur Verfügung steht.“
Wir vertrauen darauf, dass der Staat dieses Zahlungsmittel garantiert; wir vertrauen zugleich darauf, dass die anderen auf diese Garantie vertrauen; und endlich darauf, dass, wie es die FAZ kürzlich ihren Lesern erklärte, „die Zahl der Zettel in einem gesunden Verhältnis zur Menge der produzierten Güter und Dienstleistungen steht“. (5) Anlass für die FAZ, darüber nachzudenken, ist die Vertrauenskrise, die in spezifischer Form die Reichen erfasst hat. Sie fürchten nicht um den Arbeitsplatz, sondern um den Kurs ihrer Wertpapiere, sowie, vorausschauend, um die Kaufkraft ihres Geldes (Inflation). Flucht aus dem Geld in Sachwerte bietet sich an. Die Umsätze der Münz- und Edelmetallhändler haben sich seit Oktober 2008 vervielfacht, ja sogar der Ankauf landwirtschaftlicher Nutzfläche, während bei Bloomberg des Nachts darüber geredet wird, wie der für etwas später zu erwartenden Inflation durch spekulative Anlagen in Nahrungsmitteln und Rohstoffen auszuweichen sei.
Papst Benedikt möchte dagegen, dass wir in der weltweiten Finanzkrise die Vergänglichkeit alles Materiellen erkennen. „Mit dem Zusammenbrechen der großen Banken“, sagte er am 6. Oktober 2008, „sehen wir jetzt, dass Geld verschwindet - es ist nichts.“ Er fuhr fort: „Wer auch immer sein Leben auf dieser Realität aufbaut, auf materiellen Dingen, auf Erfolg, der baut sein Haus auf Sand.“ Nur das Wort Gottes könne das Fundament für ein richtiges Leben bilden (Vatikan, 6. Okt, Reuters).
Ökonomisch mochte der Vatikan allerdings nicht aufs Wort Gottes bauen. Eine Woche zuvor war durchgesickert, dass er „eine Tonne Gold gekauft“, in Rohstoffe investiert und dafür Aktien abgestoßen hatte. Es geht dabei immerhin um ein Kapitalvermögen, das 2007 einen ausgewiesenen Buchwert von 1,4 Mrd € besaß; davon Devisen: 340 Mio; Anleihen und Aktien 520 Mio; Immobilien 424 Mio. Die Zahlen laut The Tablet, wo man die offiziellen Zahlen von 2007 ausgewertet hat. (6)
Dass Kategorien wie „Vertrauen“ und „Gier“ den Wirkungszusammenhang der kapitalistischen Krise verfehlen, heißt keinesfalls, dass sie gegenstandslos wären. Im Gegenteil, sie bezeichnen tatsächliche Kräfte, sind gesättigt mit alltäglicher Erfahrung und daher fest verankert in dem, was man etwas voreilig den gesunden Menschenverstand nennt.
Sprechen wir mit Gramsci zunächst lieber vorsichtiger vom Alltagsverstand. Diesem möchte man Hamlets Worte vorhalten, nachdem ihm der Geist seines ermordeten Vaters begegnet ist: „Es gibt zwischen Himmel und Erden mehr Dinge, als eure Schulweisheit sich träumen lässt.“ Nur dass es hier um in Geld ausgedrückte Werte geht, also, wenn man so will, um die Geister toter Arbeit. Geld, das seine Besitzer für sich arbeiten lassen, damit es sich übernatürlich vermehre.
Fangen wir mit einem bescheidenen Beispiel an, um den Horizont unserer Schulweisheit zu testen: Die Außenstände der österreichischen Banken in Osteuropa entsprechen in etwa dem Bruttoinlandsprodukt Österreichs, das heißt, definitionsgemäß, dem Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) gleichkommt, die innerhalb eines Jahres in Österreich hergestellt worden sind. Nun müssen die Österreicher ja von diesen Produkten leben. Wie kann es sein, dass sie diese Produkte aufessen und auf sonstige Weise verbrauchen und zugleich ihren „Wert“ weggeben? Nun gut, sie mögen zehn Jahre lang jeweils zehn Prozent der Erlöse gespart und nun verliehen haben. Um dem Problem etwas mehr von seinem wirklichen Gewicht zu geben, zitiere ich aus einem Brandbrief, den eine Gruppe ehemaliger EU-Kommissare und Regierungschefs am 19. Mai 2008 an den Präsidenten der europäischen Kommission gerichtet hat und den nicht nur Helmut Schmidt, sondern sogar Otto Graf Lambsdorff, Urgestein des Wirtschaftsliberalismus, unterschrieben hat. Als das Problem der Probleme benennt der Brief die bisher in der EU herrschende Wirtschafts- und Finanzmarktpolitik, die „auf Unterregulierung, ungenügender Überwachung und Unterversorgung mit öffentlichen Gütern“ basiert. Wer würde da widersprechen? Und schließlich deuten die Delors, Schmidt, Lambsdorff und andere auf das mysteriöse Ding zwischen Himmel und Erde, den alle Vorstellungen übersteigenden Kreditberg, den sie als fiktives Kapital bezeichnen, vermutlich ohne zu wissen, dass Karl Marx diesem Begriff seine aktuelle Fassung gegeben hat: „Finanzanlagen repräsentieren nun das Fünfzehnfache des Bruttoinlandprodukts aller Länder.“ Ihr Geldausdruck entsprach der Summe der Preise aller Produkte und Dienstleistungen, die die Menschheit in fünfzehn Jahren hervorgebracht und doch wohl auch größtenteils verzehrt hat? Erscheint uns hier der Geist des konsumierten Reichtums in der Gestalt von Finanzanlagen?
Mit dem „gesunden Verhältnis“ des Geldes „zur Menge der produzierten Güter und Dienstleistungen“, von dem der vorhin zitierte FAZ-Autor träumte, kann es also nicht weit her sein – und das offensichtlich nicht erst seit dem Zusammenbruch von Lehmans Brothers.
Die Vorstellung vom „anständigen Kapitalismus“ der „Realwirtschaft“
Ohne weiter in den Wirkungszusammenhang einzudringen, der sich in diesem Geisterbau des fiktiven Kapitals ausdrückt, beschwören die Delors, Schmidt usw. die Rückkehr zum „anständigen Kapitalismus“. In dessen Bestimmung meint man, ein leises Echo auf die Losung des Weltsozialforums, „die Welt ist keine Ware“, zu vernehmen: „Profitstreben ist das Wesen einer Marktwirtschaft. Doch wenn alles zum Verkauf steht, schmilzt der gesellschaftliche Zusammenhalt, und das System bricht zusammen.“
Gut gebrüllt, Löwe. Wir möchten zustimmen. Gier, Spekulation und Kasinokapitalismus mit ihren heuschreckenartig alles Feste fressenden und zum Verdampfen bringenden Akteuren haben uns in die Krise geführt. Aufatmend flüchten wir in die Welt der so genannten „Realwirtschaft“.
Aber auch hier gibt das Problem keine Ruhe. Hat nicht der Realunternehmer Merkle sich vor den Zug geworfen, nachdem er seine Börsenwette gegen den Finanzchef des ebenso realwirtschaftlichen Porschekonzerns verloren hat?
Wem das nicht genügt, dem sei vorgehalten, dass der amerikanische „Analyst“ Henry Plodget General Electrics als „gigantischen Hedge-Fonds, der auch Kühlschränke herstellt“, beschreibt (7) Aber warum in die Ferne schweifen? Haben nicht schon vor Jahren Siemensleute ihren Konzern als eine Bank geschildert, die sich nebenbei auch noch eine Art Hobby-Werkstatt leiste? Wie Siemens jonglierte auch Volkswagen mit Milliardebeträgen, um Währungsdifferenzen auszunutzen. General Motors tat sich schon lange schwer, mit Autos Geld zu verdienen; was den Konzern zuletzt in den Ruin getrieben hat, waren die Finanzgeschäfte, die zuvor den Gewinn eingespielt hatten.
Kurz: Die Trennung von Finanzkapital und Industriekapital ist zwar nicht gegenstandslos, doch erstens besteht sie nur relativ und zweitens ist sie ein Zu-Erklärendes, das selber nichts erklärt.
Nach Robert Brenner ist die - in der linken Theoriedebatte bei uns seit den 90er Jahren vorherrschende - „Idee eines finanzgeleiteten Kapitalismus ein Widerspruch in sich“, weil die Finanzerträge außer beim Kundenkreditgeschäft „auf fortwährende Gewinnerzielung in der Realwirtschaft angewiesen“ sind (8). Kapital hat viele Formen. Als industrielles Anlagekapital verkörpert es sich in Produktionsmitteln. Sie haben auf den ersten Blick etwas Beruhigendes. Man kann sie ansehen. Wo sie sind, gibt es auch Arbeitsplätze. Doch die Beruhigung täuscht. „Das Wesen ist in die Funktionale gerutscht“, heißt es bei Brecht. Man kann Fabriken fotografieren oder Maschinen. Doch ihren Kapitalcharakter hat man damit nicht fotografiert. So wenig wie man Lohnarbeit als solche fotografieren kann. Das sind nämlich zwei Seiten eines gesellschaftlichen Verhältnisses.
Natürlich ist „finanzielle Dienstleistung“ ein Euphemismus, da die Akteure des Finanzsystems nicht der Realökonomie dienen, sondern primär sich selbst: Selbstbedienung auf dem Wege der Fremdbedienung ist die Losung. Jeder ist unter den gegebenen Verhältnissen sich selbst der nächste. Wer sich darüber entrüstet, vergisst, dass dies auch für jeden Bäcker, überhaupt für alle kapitalistische Realökonomie gilt. Die Akteure der kapitalistischen Marktwirtschaft „dienen“ der allgemeinen Bedürfnisbefriedigung nur in dem Maße, das ihnen selber dient. Es ist eine Frage der Kräfteverhältnisse zwischen angeblich Dienenden und Bedienten, was da wirklich für Dienste geleistet werden. Dies einmal von Grund auf begriffen, hat Peter Gowans Forderung, mit der Vorstellung zu brechen, dass „Veränderungen der sog. Realwirtschaft sich auf einen vermeintlichen finanziellen Überbau auswirken“, (9) keinen Sinn. Dass der finanzielle Überbau sich selbst zu bedienen strebt, enthebt ihn nicht des Überbaustatus. Vermutlich tendiert dazu jeder Überbau.
Der Finanzmarkt muss als Moment des kapitalistischen Gesamtprozesses untersucht werden, aus dem er herauswächst und dem er seine Kreditvehikel zur Verfügung stellt – oder auch nicht, wie im gegenwärtigen Moment der Stockung des Kapitalflusses zwischen den Banken. Wahr ist allerdings, dass der Finanzmarkt dann nicht als Effekt der „Realökonomie“ betrachtet werden dürfte, würde man diese mit der Gebrauchswertseite der Wirtschaft verwechseln. Wenn aber „Realökonomie“ den realen Prozess der kapitalistischen Produktion bezeichnet, wenn man also die Verwertungsbeziehungen als zur Realität gehörend, ja als das Real-Herrschende begreift, dann sind die Finanzmarktbewegungen tatsächlich Ausdruck der wirklichen Ökonomie. Denn die Gebrauchswertwirtschaft ist nicht die wirkliche Ökonomie. Sie gleicht eher deren Geisel.
Omnipräsenz der Spekulation im Kapitalismus (I)
„Spekulation“ ist „Mystik für den Verstand“ (Jaspers, Philosophie, 3, Met., 135)
Aber hat es nicht wenigstens einen Sinn, die „Spekulanten“ zu verurteilen? Auf diese Frage lassen sich Antworten auf zwei Ebenen suchen. Die erste ist dem gesunden Menschenverstand leichter zugänglich, weil Wirtschaftspolitik angebbare Akteure und damit auch Schuldige kennt, während die zweite systemisch ist und wir uns mit unserem moralischen Verlangen nach persönlich zurechenbarer Schuld hier schwer tun.
Halten wir uns also zunächst an die Ebene der Politik. Hier stoßen wir zumal bei der Hauptmacht des Kapitalismus, den USA, auf die Politik, „der unzureichenden Nachfrage durch die Förderung vermehrter Kreditaufnahme zu begegnen – im öffentlichen wie im privaten Bereich“ (6). Der US-amerikanische marxistische Wirtschaftshistoriker Robert Brenner, den ich soeben zitiert habe, hebt hervor: Unter Clinton galt: „Die private Verschuldung übernahm die Rolle, die zuvor der öffentliche Kredit gespielt hatte. An die Stelle des traditionellen Keynesianismus trat etwas, was man „Vermögenspreis-Keynesianismus“ nennen könnte.“ Die momentanen Kurse von Wertpapieren und die Hauspreise dienen dabei als Basis für Konsumentenkredite. Unter Busch hat sich daran nur insofern etwas geändert, als nun auch der Staat auf Pump lebte, schon um zwei Kriege finanzieren zu können, ohne auf Steuergeschenke an die Reichen zu verzichten. Nach dem Platzen der Dot.com-Blase stützte sich der „Vermögenspreis-Keynesianismus“ auf den Immobilienmarkt. Dass einige Staaten und staatlichen Notenbanken konjunkturpolitisch geradezu als Zuhälter der Spekulation gehandelt haben, erklärte die FAZ im März 2008 als Folge des „Doppelschlags“, der die US-Ökonomie 2000-2001 getroffen hat: „Erst platzt die Internetaktienhausse, dann folgen die Terrorangriffe vom 11. September.“ (10) Die Politik antwortete mit Kaufaufrufen, Zinssenkung und Krediterleichterungen, um, wie Peter Gowan (11) gezeigt hat, das Platzen der Dot.com-Blase frei nach Minsky strategisch durch den Aufbau der Immobilienblase zu kompensieren. „Wir haben daher“, fährt Brenner fort, „während der letzten etwa zwölf Jahre das außergewöhnliche Schauspiel einer Weltwirtschaft erlebt, in der die Fortdauer der Kapitalakkumulation buchstäblich abhängig geworden ist von historischen Wellen der Spekulation, sorgfältig genährt und rationalisiert durch die staatlichen Entscheidungsträger und Behörden“ (Brenner 2009, 6).
Und selbst jetzt noch, da die Große Krise noch immer keinen „Boden“, wie die Börsianer sagen, gefunden hat, beschreibt der Leiter der Abteilung Volkswirtschaft der DZ-Bank die Situation folgendermaßen: „Der zweifellos auf der Welt vorhandene Geldüberhang dürfte sein Ventil eher in einer neuen “asset bubble“ finden“ (12), einer erneuten „Anlagen-Spekulationsblase“ - das ist der Kern von Brenners Vermögenspreis-Keynesianismus.
Doch Vorsicht! Das moralische Schuldverlangen darf sich nicht vorschnell auf die US-Regierung festlegen. Denn die ganze Welt hat davon profitiert die einen, Lohnarbeit gefunden die anderen. Dass die USA in Folge jener Politiken zunehmend mehr verbrauchten, als sie herstellten, wurde zum Konjunkturmotor am Weltmarkt. Chinas Überproduktion bildete gleichsam die komplementär-dynamische Gegenmenge zur US-Überkonsumtion. Dafür legte China seine Handelsüberschüsse vornehmlich in US-Staatsanleihen fest. Es profitierte, indem es seine menschlichen und naturalen Ressourcen zur Ausbeutung preisgab. Dieses Verhältnis, bei dem die industrielle Entwicklung Chinas mit der partiellen industriellen Abwicklung in kapitalistischen Wohlstandszonen Hand in Hand ging, war China so viel wert, dass es sogar die bereits 2005 von Andre Gunder Frank (13) berechnete Entwertung seiner US-Anlagen um schätzungsweise eine halbe Billion US-Dollar in Kauf nahm.
China führte, nur leicht gebremst, diese Politik selbst dann noch fort, als es zu panischen Verkäufen an den Weltbörsen gekommen war - Auftakt zur jetzigen Großen Krise.
Langer Rede kurzer Sinn: bei etwas genauerem Hinsehen tun wir uns schwer, die Spekulanten und die gierigen Banker als die Schuldigen auszumachen. Sind es die Politiker bzw. „der Staat“, wie die Wirtschaftsliberalen sagen?
Überkapazitäten oder Kapital-Überproduktion?
Sollten man nach dem zuletzt Ausgeführten womöglich vom konsumkredit-getriebenen Kapitalismus sprechen? Um solchen Schlagwörtern zu entgehen, wechseln wir die Analyseebene. Das Problem der Probleme, „die Hauptursache“, ist für Brenner das Sinken der Profitrate. Wo er dieses Sinken auf „eine anhaltende Tendenz zur Überkapazität in der weltweiten verarbeitenden Industrie“ zurückführt, unterscheidet Marx drei krisentheoretisch wichtige Wirkungszusammenhänge. Den ersten fasst er als dem Verwertungsprozess innewohnenden Mechanismus der Produktivkraftentwicklung; den zweiten als Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate, den dritten als Gesetz der Kapital-Überakkumulation. Es ist also kein bloßer Streit um Worte, wenn wir uns mit der zunächst bequemer erscheinenden Kategorie der Überkapazität nicht zufrieden geben, sondern mit Marx ins innere Getriebe des Kapitalverwertungsprozesses im systemischen Ganzen vorzudringen versuchen.
Extraprofit als Magnet der Produktivkraftentwicklung
Wenigstens in Stichworten: Dank einer dem Standard vorauspreschenden Produktivkraftentwicklung können Einzelkapitale einen Extraprofit erzielen. Die Konkurrenten müssen bei Strafe des Untergangs mitziehen, wodurch das neue Produktivitätsniveau zum Standard wird und der Extraprofit erlischt bzw. neu entspringt. Das Kapital kann sich folglich im Ganzen nicht anders vermehren, als indem es zugleich seine Produktionsweise permanent umwälzt. Der letzte große Sprung dieser Art war der zur computer-gestützten Produktionsweise, der sich noch immer als Destabilisierung und Dynamisierung aller Produktions-, Politik- und Lebensverhältnisse auf der Erde bemerkbar macht in der Dynamik des transnationalen Hightech-Kapitalismus, dessen erste Große Krise wir zur Zeit erleben.
Produktivitätsschübe setzen Arbeitskräfte frei, wenn sie nicht durch Verkürzung der Arbeitszeit ausgeglichen werden. Für den Fall, dass derartige Freisetzung nicht durchs Wachstum neuer Branchen ausgeglichen wird, hat Emil Lederer zur Zeit der letzten Großen Krise, der des Fordismus, in den 1930er Jahren den Begriff der technologischen Arbeitslosigkeit eingeführt. Für uns Heutige bietet sich in der Großen Krise des Hightech-Kapitalismus der Begriff der hochtechnologischen Arbeitslosigkeit an. Die Versuchung liegt nahe, angesichts ungünstiger Kräfteverhältnisse regressiv zu reagieren wie einst die Maschinenstürmer und die Rückkehr zu arbeitsintensiven Produktionsweisen zu fordern.
Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate
Auf der Produktivitätsdynamik fußt nun eine weitere, deren Effekt auf den ersten Blick verrückt erscheint: je mehr stofflichen Reichtum die menschliche Arbeit zu schaffen vermag, desto schwächer wird – im Kapitalismus! – der Antrieb zur Reichtumsproduktion. Antrieb ist ja nicht der stoffliche Reichtum an Gebrauchswerten, sondern der abstrakte an Mehrwert im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Mit der Produktivkraftentwicklung schrumpft die lebendige im Verhältnis zur toten Arbeit, und mit der steigenden Komplexität der Anlagen tendiert deren Geldausdruck im Verhältnis zu dem in Lohn ausgedrückten Kapitalteil nach oben. Sofern nun die „Wertzusammensetzung des Kapitals […] durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt“, spricht Marx von der „organischen Zusammensetzung des Kapitals“ (MEW 23, 640). Wenn aber nur die Arbeit Mehrwert bildet und die Profitrate durch das Verhältnis des Mehrwerts zum eingesetzten Kapital bestimmt ist, ergibt sich das Gesetz, dass bei steigender organischer Zusammensetzung des Kapitals die Profitrate fällt. Nehmen wir ein empirisches Beispiel: kostete 1970 eine Chipfabrik 30 Mio, so kostet sie heute ca. 4 Mrd, mehr als das Hundertfache. Nun zeigt dieses Beispiel auch, wie Produktivkraftentwicklung die Herstellung der Produktionsmittel erfassen und die Produkte verändern kann. Wenn sie die Lebensmittel im weitesten Sinn ergreift, wozu inzwischen auch Chips gehören, kann sie die relativen Kosten der Arbeitskraft senken und damit die Ausbeutungsrate erhöhen. Diese beiden realen Möglichkeiten nennt Marx „entgegenwirkende Ursachen“ und spricht daher vorsichtig vom „tendenziellen Fall“ der Profitrate. Da sich mit den Produktivkräften auch die Materialien und die Güter verändern, lässt sich der Vergleich nicht ohne weiteres in quantifizierende Formeln fassen. Eine mathematisch-logizistisch verkürzte Marx-Rezeption lehnt daher dieses Tendenzgesetz rundweg ab.
Sich mit der brennerschen Überkapazitätsthese zufrieden zu geben, ist unmittelbar näher an den Phänomenen. Die Arbeitswerttheorie wird entbehrlich, und wie in der Vulgärökonomie begnügt man sich mit Angebot und Nachfrage. Allerdings lässt sich dann nichts mehr aussagen für den Fall, dass Angebot und Nachfrage sich ausgleichen.
Wie immer man das Sinken der Profitrate erklärt, der Wirtschaftshistoriker Brenner kann zeigen, dass es sich dabei um eine langfristige Tendenz handelt. Und diese Tendenz bildet den Boden einer Reihe von Profit-Forcierungspolitiken, deren Folgen sich in der jetzigen Krise entladen.
Gesetz der Kapital-Überakkumulation
Der kapitalistisch Gesamtprozess regelt sich nicht nur reaktiv aus der Verfehlung des Gleichgewichts, wie die private Wa-renproduktion als solche, sondern die Verfehlung ist dem bestimmenden Zweck und treibenden Motiv des Kapitals, der Aneignung von Mehrwert und seiner Verwandlung in zusätzliches Kapital, eingeschrieben und schlägt in unregelmäßigen Abständen um in Kapitalvernichtung.
Mündet der kapitalistische Produktivismus in ein stets wachsendes Mehrprodukt, so zeigt sich die kapitalspezifische Natur dieses Reichtums darin, dass er sich auch nur kapitalistisch, das heißt, als Einsatz zwecks weiterer Reichtumsvermehrung realisieren lässt. Die gesellschaftliche Reproduktion ist nie Zweck, allenfalls Effekt der Selbstvermehrung des Kapitals.
Das Mehr, um das sich beim Kapitalprozess alles dreht, hat somit sein eigenes Realisationsproblem. Es realisiert sich, indem er sich in neues Kapital verwandelt. Als neues Kapital verwandelt er sich nach dem Umtausch in seine sachlichen und persönlichen Produktionsmittel und nach dem Produktionsdurchgang wiederum in Waren. Doch nun erhebt sich, bei jedem Durchgang auf wachsender Stufenleiter erneut, die Frage, woher die zahlungsfähige Nachfrage nach diesen Produkten kommt. Diese Frage hat Rosa Luxemburg aufgegriffen und ihrem ökonomietheoretischen Hauptwerk über die Akkumulation des Kapitals zugrunde gelegt:
„Wie ist es aber mit der Realisierbarkeit der Früchte jener Ausbeutung, mit den Absatzmöglichkeiten?“ (Luxemburg, GW 5, 418)
Dieses Mehr lässt das Kapital einzig für sich selbst produzieren. Nun zeigt sich, dass seine ihm gleichgültige Umwelt ihm doch nicht gleichgültig sein kann. Sie dient dem Kapital als Realisierungsmittel. Doch der Witz des Kapitals ist, dass es die Realisierungsmittel gerade selbst aneignet, also der Gesellschaft vorenthält.
Eine Menge finanzieller und wirtschaftspolitischer Instrumente sind erfunden worden, um zu verhindern, dass dieser Widerspruch explodiert. Doch sie können den Ausbruch der Krise nur verzögern, und die Nebenwirkungen dieser Medikamente bilden ebenso viele neue Krisenpotenziale. Im Manifest beschreibt Marx, noch ohne schon die Feinanalyse des Krisenmechanismus geleistet zu haben, die Folgen dieses Widerspruchs zweiter Ordnung:
„Wodurch überwindet die Bourgeoisie die Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktiv-kräften; anderseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.“ (MEW 4/468)
Im Kapital geht es dann vollends zur Sache. Hier der Boden, auf dem die Finanzkrise erwächst, begrifflich ausgemessen: Überproduktion von Kapital – diese „ergänzende Erscheinung“ von „unbeschäftigter Arbeiterbevölkerung“ (MEW 25, 261) - treibt immer mehr Geldkapital zur Anlage in Papiere, die handelbare „Ansprüche des Eigentums auf die Arbeit“ (493) darstellen. Wird der Kurs dieser Eigentumsansprüche durch die Vermehrung des anlagesuchenden Kapitals nach oben getrieben, was wiederum den Antrieb zur Anlage steigert, bläht das fiktive Kapital sich zur ^Börsenblase^ auf. Vervielfacht durch den auf seine spekulativen Objekte gezogenen Kredit, beschäftigt anlagesuchendes Geldkapital sich gleichsam so lange mit sich selbst – bis die Kapitalfiktion platzt.
Omnipräsenz der Spekulation im Kapitalismus (II)
Der Kurs oder Anlagepreis ist das eigentliche Objekt der Spekulation. Über ihn entscheidet, aufgrund bestimmter Erwartungen, das Spiel von Angebot und Nachfrage. Die Subjekte "spielen" dabei die entscheidende Rolle, aber nicht individuell, sondern als Feld, auch nicht intersubjektiv, interaktiv, sondern interdependent. Sie verhandeln nicht darüber, sondern belauern einander. Das gilt auch und erst recht, wenn das Feld entscheidend von aggregierten Kapitalanlegern in Gestalt der Fonds bestimmt ist.
Handelt das Feld aufgrund einer Situationsbewertung so oder so, vernichtet es auch schon den bestimmten Ausgangswert, und zwar immer in der unterstellten Richtung. Wird aufgrund der entgegengesetzten Erwartung mehrheitlich gekauft, ist der Preis immer schon gestiegen. Will das Feld mehrheitlich verkaufen, weil der Preis im Vergleich zum erwarteten Einbruch für noch günstig gehalten wird, ist der Preis auch schon gefallen. Die vorpreschenden Einzelfälle, bei denen die ursprüngliche Rechnung noch aufgeht, sind Teil des Anstoßes, der die massenhafte Wiederholung des Glückens durch andere verhindert.
Ausschlaggebend fürs Verhalten des Marktteilnehmers ist das von ihm erwartete Kauf- und Verkaufsverhalten der anderen. Er wird kaufen, wenn er erwartet, dass sie kaufen, und verkaufen, wenn er erwartet, dass sie verkaufen. Er wird vertrauen, wenn er darauf vertraut, dass sie vertrauen. Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. Es geht darum, das Feldverhalten zu antizipieren, um einen Vorteil daraus zu ziehen.
Denken, Verhalten und Verhältnisse schließen sich hier zu einem Rückkoppelungszusammenhang. Das Handeln fällt ins Objekt. Irgendwann schlägt dann das Irreale oder Real-Imaginäre dieser erwarteten Erwartungen oder begehrten Begierden, das von den stofflich investierten Kapitalprozessen an der langen Leine gehalten wird, in die Krise um. Dies macht die Börse für Hayek zu einer „Parabel für seine Gesellschaftstheorie“ (Seuß 1989), und wir könnten bescheidener sagen: zu einem Gleichnis für den Markt überhaupt. Nur dass bei der Börse alles vergrößert und wie im Zeitraffer erfolgt, während sich die Rückkoppelung beim Markt produzierter und reproduzierbarer Güter normalerweise unvergleichlich langsamer auswirkt, weil sie durch die Produktions- und Zirkulationszeit hindurch muss, womöglich sogar durch die Zeit der Umrüstung von Anlagekapital. In der Krise kann der lähmende Rückschlag aufs industrielle und Handelsgeschehen dann aber fast unmittelbar erfolgen.
Trotz ihres eigenen Zeitregimes spiegelt die Börse, auch wenn sie "verrückt spielt", den normalen Gang einer Prozessstruktur, die sich immer erst nachträglich, über ihre Resultate reguliert. Und wie das Geld, der abstrakte Reichtum, schließlich doch immer wieder zurück muss zum konkreten Reichtum, wird auch der Börsenverlauf, so surreal er sich gebärdet, endlich wieder zurückgebunden an den Verwertungsprozess des Kapitals. Wenn aber die Börsenkrise zurückschlägt auf den Gesamtprozess und mitten im überquellenden Reichtum die Not der allgemeinen Wirtschaftskrise über die Gesellschaft hereinbricht, zeigt sich ihr Surreales als das Herz der Realwirtschaft. Das Oszillieren ist nur die Form, in welcher der planlose Plan aller privat-arbeitsteiligen Produktion sich bewegt. Darin, dass dem Überfluss an Reichtum der allgemeine Mangel entspringt, drückt sich die „Plusmacherei“ als Selbstzweck aus. Sie treibt die Gesellschaft zur „Produktion um der Produktion willen“. Das System spielt „wer gewinnt, verliert“. Sein Erfolg stürzt es in die Krise. In mehr oder weniger blinden Konvulsionen vernichtet das System, was es stört: überschüssiges Kapital und damit auch die „Überkapazität“ Brenners. Dabei zerstört es Habe, Heimat und Leben der Völker.
Was folgt daraus?
Selbst wenn tatsächlich „ein anderer Kapitalismus“ das Maximum des in absehbarer Zeit Erreichbaren darstellen sollte, wäre er doch nur zu erreichen, wenn über seine Grenzen hinausgegangen wird. Sowohl in der Praxis als auch – weiter ausgreifend – in der Theorie. Marx kann klärend dazu beitragen, dass das Hinaus über den Kapitalismus nicht in ein bewusstloses Zurück umschlägt. Unsere Regierenden laborieren längst an den Grenzen des Kapitalismus. Ich-AG und Ein-Euro-Jobs sind noch in Erinnerung, und auch die Erfindung der Null-Kurzarbeit verdient bei allem Bedrohlichen die fröhliche Kritik derer, die darin die Hilflosigkeit ihrer Oberen erkennen.
Im marxschen Manifest heißt es:
„Es tritt hiermit offen hervor, dass die Bourgeoisie unfähig ist, noch länger die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben und die Lebensbedingungen ihrer Klasse der Gesellschaft als regelndes Gesetz aufzuzwingen. Sie ist unfähig zu herrschen, weil sie unfähig ist, ihrem Sklaven die Existenz selbst innerhalb seiner Sklaverei zu sichern, weil sie gezwungen ist, ihn in eine Lage herabsinken zu lassen, wo sie ihn ernähren muss, statt von ihm ernährt zu werden. Die Gesellschaft kann nicht mehr unter ihr leben, d.h., ihr Leben ist nicht mehr verträglich mit der Gesellschaft“.
Es ist an der Zeit, dass die Gesellschaft dem Kapital ihre Lebens- und Überlebensbedingungen als regelndes Gesetz aufzwingt und ein Netzwerk außerkapitalistischer Stützpunkte aufbaut.
(1) Vortrag auf dem Kapitalismuskongress von Attac in Berlin, 6.-8. März 2009, sowie bei der Grünen Bildungswerkstatt Wien am 21. März 2009.
(2) Frank Schirrmacher, „Gehen Sie jetzt nach Hause!“, FAZ, 24.11.08, 33.
(3) Berthold Kohler, „Kettenreaktion“, FAZ, 26.9.08, 1.
(4) Amartya Sen, „Adam Smith wäre schockiert“, in: Financial Times Deutschland, 19.3.09, 24.
(5) Stefan Ruhkamp, „Rein in die Kartoffeln“, FAZ, 28.2.09, 13.
(6) „Vatikan investiert verstärkt in Gold“, FAZ, 29.9.08, 14.
(7) “GE sendet Krisensignale“, Handelsblatt, 26.9.08, 1
(8) “...that changes in the so-called real economy drive outcomes in a supposed financial superstructure“.
(9) Robert P. Brenner, Interview mit Seongjin Jeong in: Sozialismus, 36. Jg., 2009, H. 3, 5-12.
(10) Benedikt Fehr, „Der Weg in die Krise“, FAZ, 18.3.08, 11
(11) Peter Gowan, „Crisis in the Heartland. Consequences of the Wall Street System“, Editorial, NLR 55, Jan./Febr. 2009, 5-29.
(12) Hans Jäckel, „Was kommt nach dem Tiefpunkt?“, FAZ, 2.3.09, 18.
(13) Andre Gunder Frank, Von der Neuen Welt zum Reich der Mitte. Orientierung im Weltsystem, Wien 2005; vgl. meine Besprechung in Das Argument 268/2006, 304f.
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