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Das Andere Davos 2010! Den Teufelskreis der Herrschaftsverhältnisse durchbrechen

Am Freitag 29. und Samstag 30. Januar 2010 wird in der Grenzstadt Basel die zehnte Ausgabe des Anderen Davos organisiert, der Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum WEF von Davos. Die anstehende Ausgabe des Anderen Davos wird wieder grösser ausfallen als in vergangenen Jahren. Überlegungen zur aktuellen Situation und der Notwendigkeit, die internationale Mobilisierung gegen das WEF weiterhin voranzutreiben, skizziert dieser Ausschnitt aus einer von der Jahresversammlung von attac schweiz am 6. September angenommenen Resolution.

Der Titel "Den Teufelskreis der Herrschaftsverhältnisse durchbrechen" knüpft an die Brisanz der aktuellen Krise, welche unsere Welt derzeit mit voller Wucht erfasst. Auf Podien und Workshops mit Silvia Lazarte (Präsidentin der konstituierenden Versammlung Boliviens), Tariq Ali, Noam Chomsky (live Videointerview), einer Vertreterin der Bewegung der MigrantInnen in den USA, Gianni Frizzo von Officine Bellinzona, einer Vertreterin der Landlosenbewegung MST in Brasilien u.a.m. werden wir der Frage nachgehen, wie eine andere Welt aussehen kann.

Der Kontext, in dem das WEF im Januar 2010 tagt, kann wie folgt resümiert werden:

1. Während das World Economic Forum (WEF) vom 27. bis zum 31. Januar 2010 seine 40. Auflage feiert, wird das Andere Davos im Januar 2010 das zehnte Treffen veranstalten.

2. Die Benennung Anderes Davos hatte zwei Bedeutungen: a) auf eine alternative kritische Denkweise hinweisen, die an die Wurzel geht; b) der Zusammenschluss von diversen Kräften unter diesem Namen. Das Andere Davos ist kein reines attac-Kind, sondern eines von mehreren Kräften.

3. In diesen zehn Jahren hat sich die Situation verändert und dies ist auf zwei Faktoren zurückzuführen: a) die Tiefe und die Dauer der Krise des transnationalen Kapitalismus, die im 2007 begonnen und sich im 2008 verschärft hat; b) die Elemente von Widerstand und Antworten angesichts der Dimensionen dieser Krise und der damit verbundenen Offensive der Arbeitgeber (eine Krise bedeutet stets eine massive Zerstörung von Kapital mit Betriebsschliessungen, Entlassungen, Auslagerung von Produktionsstätten etc.).

4. Diese Krise mündet zugleich in eine scheinbare Radikalisierung der Positionen der Wortführer des globalisierten Kapitalismus. So behauptet Pascal Lamy, Generaldirektor des Welthandelsorganisation WTO (Im Le Temps vom 28. August 2009): "Die Wähler haben rechts gewählt, weil sie besorgt sind und die Rechte sagt, dass sie sie besser beschützt, notabene durch den Einsatz von Instrumenten der Linken. Aber der Hauptfaktor ist das Fehlen einer Alternative, die auf der Kritik und Überwindung des Systems basiert. Ich denke im Kapitalismus gibt es grundlegende Ungleichheiten, die man an der Wurzel in Frage stellen muss."

Dies ist bezeichnend für die Tiefe der Krise, wie sie von einem Verwalter wahrgenommen wird, dem die globalisierte Dimension des Problems nicht entgehen kann. Es sticht ihm ebenfalls ins Auge, dass Krisenanalysen, die nur auf Finanziarisierung des Kapitalismus zielen, zu kurz greifen.

5. Das WEF legt den Schwerpunkt auf „ Möglichkeiten, welche die jüngste globale Wirtschafts- und Finanzkrise enthüllt und die Opportunität, die weltweite Zusammenarbeit zu stärken, die aktuellen Herausforderungen zu meistern und Risiken zu mindern".

6. Im Umfeld von 2009-2010 sollte sich das Andere Davos nicht auf eine kritische Analyse konzentrieren, sondern auf die Praxis der kritischen Analysen, das heisst auf die Kämpfe und die Mobilisierungen, die trotz allen Schwierigkeiten auf nationaler und internationaler Ebene entstehen.

Weitere Informationen und Einschreibemöglichkeiten finden sich bald auf www.otherdavos.net. Notiert euch das Datum!

 

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Online am 15. November 2009

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