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Zum neunten Mal organisiert attac Schweiz am 30. Januar 2009 die internationale Konferenz Das Andere Davos, die Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum (WEF).
Der Fokus richtet sich dieses Jahr auf zwei wichtige Akteure des globalisierten Finanzkapitalismus: Einerseits auf das multinationale Unternehmen Nestlé, welches durch die Spionageaffäre in der Schweiz und die Machenschaften in Ländern des Südens die Aufmerksamkeit immer wieder auf sich richtet. Andererseits auf die Akteure des Finanzkapitalismus. Wie entstand die Krise, welche Auswirkungen hat sie auf den globalen Süden, welche Spezifika lassen sich für die Schweizer Situation erkennen, und vor allem: welche Alternativen können wir gemeinsam von unten entwickeln?
Das WEF findet dieses Jahr in einem speziellen Kontext statt. Die so genannte Finanzkrise ist, ausgegangen von der US-Hypothekenkrise, mittlerweile auf der ganzen Welt spürbar. Die UBS, weltweit der grösste Vermögensverwalter und Top-Anbieter im Investment Banking und im Private Banking, hat bis heute über 50 Milliarden Franken abgeschrieben und weltweit 6000 Stellen abgebaut. Ohne das von SteuerzahlerInnen finanzierte Rettungspaket von 68 Milliarden hätte der globale Finanzkonzern den Konkurs riskiert. Die gleichen Leute, die immer gepredigt haben, dass der „freie Markt“ ohne Staat alles besser kann, machen jetzt bei demselben Staat die hohle Hand. Sie zeigen uns, worum es tatsächlich geht: Privatisierung der Gewinne und Kollektivisierung der Verluste.
Die Krise der Banken und Kreditgeber schlägt nun heftig auf die Realwirtschaft. So bettelt die ganze Automobilindustrie um öffentliche Gelder, damit ihre Produktion weitergeführt werden kann. Tausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Nebst den Entlassungen im Banksektor werden in unmittelbarer Zukunft weitere Branchen die Krise zu spüren bekommen. Als Sofortmassnahmen werden die Verträge der Teilzeit- und TemporärarbeiterInnen nicht mehr verlängert. Doch die Reaktion der Regierungen der kapitalistischen Länder zielt nicht auf die Absicherung der Lohnabhängigen. So wurde in der Schweiz die Reduktion der Renten der zweiten Säule entschieden, die Leistungen der Arbeitslosenversicherung sollen gekürzt und die Beitragszeit erhöht werden. Schul- und Studienabgänger sollen künftig 260 Tage warten, bis sie Anspruch auf Taggelder haben.
Die mächtigen Konzerne, die den „freien Markt“ kontrollieren, machen was sie wollen. Sie werden dabei von den herrschenden Eliten weltweit unterstützt. Doch gegen das neoliberale Projekt der globalen Enteignung gibt es Widerstand, weltweit, auch in der Schweiz.
In der siebten Ausgabe von ATTACTUELL drucken wir Texte von AutorInnen ab, die zur Krise geschrieben haben und uns inhaltlich nahe stehen. Dies mit dem Ziel, die vielfältigen Folgen und Probleme, welche die Krise mit sich zieht, aufzugreifen und eine Diskussion zu lancieren, um Alternativen zum globalisierten Finanzkapitalismus gemeinsam zu entwickeln.
Das Andere Davos findet am 30. Januar 2009 ab 15h30 im Kongresshaus in Zürich statt. Programm und weitere Infos: www.otherdavos.net
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